Kinder helfen Regenwald-Kindern mit Susi, Franz und Kulli

Chronologie des Projektes

  

So entstand die Idee:

Im März 1999 legt die Kindergartenleiterin Ursula Innerkofler ein Bilderbuch vor, das die Kinder der Familiengruppe des Kindergartens St. Josefsheim gestaltet hat. Die Zeichnungen, die Geschichte und der Titel stammen von den Kindern.

Dieses Buch hat allen Eltern sehr gut gefallen und jeder wollte eine Kopie davon haben.

Das brachte mich auf die Idee, aus diesem Buch ein „richtiges“ Buch zu machen.

 

Der Verkaufserlös:

Es stand für alle Beteiligten von Anfang an fest, dass an diesem Buch niemand etwas verdienen sollte.

Der Erlös aus dem Verkauf (so es einen gibt) soll bedürftigen Kinder zu Gute kommen.

 

Die Verlagssuche:

Ich machte mich auf die Suche nach einem Verlag und musste feststellen, dass das gar nicht so einfach ist.

Da niemand von uns einen prominenten Namen hat, ist es mir nicht gelungen von einem Verlag ein seriöses Angebot zu bekommen.

 

Das Original:

Das Papier des leeren Buches, das unsere „Tante“ Ursula Innerkofler mit den Kindern gestaltete war leider dünn und auch nicht rein weiß. Daraus resultierte, dass die Zeichnungen und auch die Schrift durchscheinen.

Die Seiten nur zu kopieren war nicht möglich.

 

Selbst ist der Mann (die Frau ):

Ich hatte herausgefunden, dass das Retuschieren  der Bilder sehr aufwendig ist und nicht unwesentliche Kosten verursachen wird. Da mein Chef, Hr. Christian Grassl, ein sehr verständnisvoller Mensch ist, konnte ich die Bilder im Büro einscannen und begann diese, großteils in meiner Freizeit, zu bearbeiten. Unsere Firma verfügt, als EDV-Unternehmen zwar über sehr gute Hardware, jedoch nicht über Produkte wie sie von Graphikern verwendet werden. Für die Retusche eines Bildes benötigte ich ca. 1 Tag und das Ergebnis war trotzdem nicht zufriedenstellend.

 

Hilfsorganisationen:

Da kein Verlag mit einer Kindergartenmutter spricht, die ein von Kindern gemachtes Bilderbuch anzubieten hat, nahm ich Kontakt mit diversen namhaften österreichischen Hilfsorganisationen auf. Leider wurde mein Vorhaben auch dort nur belächelt und niemand hat mich ernst genommen. Meine Bitte, mir bei einem Verlag einen Termin zu verschaffen, wurde von niemandem erfüllt.

 

Der Gedanke ans Aufgeben:

Im Dezember 1999 begann ich wiederwillig zuzugeben, dass mein ehrgeiziger Plan gescheitert ist. Ich nahm mir vor in den Weihnachtsferien die letzten Bittbriefe um Unterstützung zu schreiben; das war´s dann wohl.

Im Frühjahr 2000 wollte ich die retuschierten Bilder mit dem am Computer geschriebenem Text im Büro ausdrucken um das Werk für die interessierten Eltern kopieren zu können.

 

Sternsingen und Jungschar:

Die Organisation und Durchführung des Sternsingens –für die Pfarre Herz Jesu- 2000 wurde von mir durchgeführt. Unter den Gruppen befand sich auch ein Team aus Kindergartenkindern die ich begleitete. Da wir sehr erfolgreich waren, beschlossen wir uns für 2001 zum Prominentensternsingen anzumelden. Dadurch kam ich mit Christoph Watz von der Jungschar in Kontakt. Im Zuge eines Gespräches (ich war ihm wohl mit meinen vielen Fragen schon etwas lästig) fragte er, mich ob er „sonst noch was“ für mich tun könnte. Prompt kam meine Frage: „Kannst du uns ein Buch verlegen?“. „Ja ich kann. Die Jungschar ist ein Verlag,“ kam die ebenso prompte Antwort. So erzählte ich ihm meine Geschichte und war froh, zum ersten Mal nicht belächelt zu werden. „Voraussetzung ist nur, das der Erlös einem Projekt der Dreikönigsaktion zu Gute kommt.“ War seine Forderung. „Nur wenn das Geld Kinder bekommen.“ War meine Forderung.

 

Die Projektauswahl:

Bei unserem nächsten Treffen überreicht er mir eine Liste der Projekte, die von der Dreikönigsaktion, unterstütz werden. Nach einer Besprechung im Kindergarten entschieden wir uns für das Projekt der Regenwald-Indianerkinder. Der Kindergarten hat, in Zusammenarbeit mit der Rain Forest Foundation und der Volksschule Ostmarkgasse, bereits 1998 ein Regenwaldprojekt durchgeführt. Die Kinder wissen dadurch vieles über den Regenwald und kennen auch die Probleme.

 

Der Projektstart:

Da Christoph Watz nicht ohne Genehmigung durch die Gremien der Finanzierung eines Buches zustimmen kann, war es erforderlich, ein Vertriebskonzept, einen Finanzierungsplan, etc. zu erarbeiten.

 

Das Internet:

Wieder half mein Chef, Hr. Christian Grassl. Er stellte mir Platz auf unserer Firmenhomepage zur Verfügung und ich erstellte ein Webseite. Durch zahlreiche Emails machte ich alle Kunden, Lieferanten und Bekannten auf diese Seite aufmerksam.

 

Vorbestellungen:

Ich entwarf Vorbestellscheine und mit Unterstützung des Kindergartens und der Pfarre verteilten wir diese.

Wir sollten ca. 300 Bücher verkaufen um das endgültige OK der Jungschar für die Produktion zu bekommen.

Es gelang mir, einen Bericht in der „Ganzen Woche“ Ausgabe 20 und im „Kurier“ von 24. Mai zu bekommen. Wieder verschickte ich zahlreiche Emails mit der Bitte um Unterstützung. Auch mein Mann hatte in unserer Pension auf Kreta Plakate hängen und Bestellscheine aufliegen.

 

Don Bosco:

Als Ehemalige setzte ich mich mit unserer Vereinigung in Verbindung und bat um Unterstützung. Dort bekam ich den Hinweis, dass auch Dr. Klestil ein Ehemaliger ist. Sofort schrieb ich an ihn und bat um Übernahme der Schirmherrschaft. Hier die Antwort:

Zu Ihrem gleichzeitig vorgebrachten Ersuchen um Übernahme der Schirmherrschaft durch den Herrn Bundespräsidenten über dieses Projekt kann ich Ihnen leider keine positive Antwort geben, da sich die Zielsetzung dieser Aktion nicht auf Österreich bezieht.

 

Schirmherrschaft:

Ich erkannte sehr bald, dass die Übernahme der Schirmherrschaft durch eine bekannte Persönlichkeit sicher weiterhelfen würde; nur wem sollte ich bitten? Tante Ursula erzählte mir von der beeindruckenden Rede von Fr. Laska anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Interessensgemeinschaft und ich schickte noch in der selben Nacht eine Email an Fr. Laska. Nur wenige Tage am später, am 31. Mai, kam ihre Zusage, die uns alle sehr freute.

 

Anerkennung:

Diese Aktionen hatten zur Folge, dass mir Christoph Watz schrieb: „Du bist a Wahnsinn, ich bin schwer beeindruckt!“ Dieses Lob gab mir wieder neue Kraft. Jetzt hieß es nochmals volle Kraft mit den Vorbestellungen, denn am 18. Juni wird die „alles entscheidende“ Sitzung sein.

 

Sponsorensuche:

Ein Sponsor, der die Druckkosten übernimmt, wäre die Lösung. Ich schrieb wieder viele Emails an Firmen stellte aber fest, dass viele für den Sport, aber keiner für Kinder Geld ausgibt.

Meine Freundin, Karin Kirchmair, der ich mein Leid klagte, hatte plötzlich eine Idee. Ihr Cousin Seppl hat doch die Fa. „dpm druckformen“ in Innsbruck. Sie rief ihn, obwohl es bereits nach 22:00 Uhr war, an und er erklärte sich spontan bereit, die Bilder einzuscannen, zu retuschieren und uns eine CD für die Druckerei zu erstellen. Gott sei Dank, ein großer Teil der Kosten fällt weg, jetzt wird es wohl klappen.

 

Ausstellung:

Mein Cousin Manfred Mann kann mir beim Verkauf nicht helfen, möchte aber im Kl. Staasdorfer Kulturstadel eine Ausstellung mit Kinderzeichnungen für uns organisieren. Im Kindergarten wurde jetzt fleißig gemalt und gebastelt. Danke für das Vertrauen in mich, denn noch wusste ich nicht, ob es das Buch geben wird. Die Fam. Kaiblinger, denen dieser Stadel gehört, kenne ich als Gäste unserer Pension.

 

14. Juni 2000:

Wir trafen uns im Kindergarten nach dem Abschiedsausflug der Kindergartenabgänger und hatten Sekt für die Feier eingekühlt. Für mehr als 250 Bücher gab es Vorbestellungen. Um 19:00 kam endlich der erlösende Anruf von Christoph: „gratuliere dir, das Buch wird gedruckt!“ Jetzt musste ich Offerte für den Druck einholen und „Susi, Franz und Kulli“ bekam eine ISBN-Nummer.

 

21. Juni 2000:

Beim Sommerfest im Kindergarten werden mir der „Buchorden“ und eine Urkunde, die mich als „verrückteste Kindergartenmutter“ auszeichnet verliehen. Möglich ich bin verrückt, oder wahnsinnig aber ich wusste: „Man kann alles schaffen, was man sich vornimmt. Man muss nur beharrlich seinen Weg gehen und darf nicht aufgeben“ Ich habe auch gelernt ohne Scheu auf die Menschen zuzugehen. Man kann jeden alles fragen; mehr als ein „Nein“ auf eine höfliche Frage kann einem nicht passieren.

 

Dr. Krätzl:

Da das Buch in einem Kath. Kindergarten gemacht wurde und von der kath. Jungschar verlegt wird, wollte ich auch noch eine Persönlichkeit der kath. Kirche um die Übernahme einer Schirmherrschaft bitten. Weihbischof Dr. Helmut Krätzl macht 1999 in der Pfarre und im Kindergarten Visitation und beeindruckte die Kinder sehr. Aus diesem Grund beschloss ich am 29. Juni Dr. Krätzl zu fragen. Schon am nächsten Tag, dem letzten vor den Ferien, versprach er mir, noch vor seinem Urlaub ein Vorwort zu schreiben.  

 

Kl. Staasdorf:

Am 14. u. 15. Oktober 2000 veranstaltete der Kindergarten im Kl. Staasdorfer Kulturstadel eine Ausstellung.

Die Spenden der Besucher für die Zeichnungen, die Bastelarbeiten und das Buffet ergaben – nach Abzug der verbliebenen Ausgaben – ein Ergebnis von ca. 360,- €, die zur Gänze den Zuruahá-Indiokindern zu Gute kommen.

 

Einladung ins Rathaus:

Am 17. Oktober 2000 waren die Kinder, die am Buch mitgearbeitet haben, bei Fr. Vizebürgermeister Laska eingeladen, die allen Beteiligten für ihr Engagement  dankte und den Kindern ein kleines Geschenk überreichte.  

 

Einladung zu Dr. Krätzl:

Am 8. Dezember 2000 waren einige der kleinen SchriftstellerInnen bei Weihbischof Dr. Krätzl eingeladen. Er bedankte sich bei den Kindern und den Erwachsenen für ihren Einsatz und ermunterte alle zum Weitermachen. Über diese Einladung wurde auch von der Presse (Wiener Kirchenzeitung, Kronen Zeitung) berichtet, was einige Buchhandlungen bewog dieses Buch in ihr Sortiment aufzunehmen.

 

Radio Stephansdom:

Am 3. Jänner 2001 waren Clara, Susanne, Viktoria und ich eingeladen bei Radio Stephansdom über das Projekt 'Kinder helfen Kindern' zu berichten. Der erste Anrufer der das Rätsel lösen konnte gewann das zur Verfügung gestellte Buch.

 

April 2001:

Das Journal für Kindergarten Hort und Elternhaus berichtet über die Entstehungsgeschichte des Bilderbuchs.

 

Registrierung:

Der Drache 'KULLI' ist unter der Nr. 195 130 als Marke registriert. 

 

Barbara Ortner:

Die Musikerin und Flötenlehrerin des Kindergartens - Barbara Ortner - wollte schon lange etwas für Kinder komponieren. Im Mai 2001 schlägt sie vor, das Bilderbuch zu vertonen. Eine Idee die sofort alle begeistert, denn das Projekt geht weiter.

 

MUKI:

Der Verein Mutter-Kind im Krankenhaus nimmt das Bilderbuch in seinen Versandkatalog auf.

 

April 2002:

Die Lieder sind fertig! Jetzt steht wieder viel Arbeit ins Haus. Ursula Innerkofler erstellt die Regieanleitung, Barbara Ortner kümmert sich um die CD-Aufnahme.

  

Juni 2002:

Die Lieder für die CD wurden am Konservatorium aufgenommen. Als Sprecher stellen sich Hr. Rainer Kaplan und Hr. Alexander Tschernek zur Verfügung. 

  

Sony DADC Austria AG: 

Die DKA (Dreikönigsaktion) erhält die Zusage, dass die Fa. Sony die Produktion der CD übernimmt.

  

Benefizkonzert April 2003:

Die Konzertvereinigung Wiener Volksopernchor sang am 27. April 2003 in St. Anna - Baumgarten.

Die Eintrittsgelder des Konzertes "Ohrwürmer aus Oper und Operette" kamen zur Gänze dem Projekt zu Gute.

 

Confetti-TV November 2003:

Anlässlich des internationalen Tages der Kinderrechte waren Vicky (Titelbild), Clara (Titel) und Patrik (Hauptdarsteller) in der Kindersendung "Confetti" zu Gast.

 

Mai 2004:

In der Musikschule Bisamberg wurde "Susi, Franz und Kulli" von 70 Kindern aufgeführt.

 

  

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